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Leitbild

Inhaltsverzeichnis:

1 Angaben zum Träger

1.1 Anschrift

1.2 Ansprechpersonen

2 Präambel

3 Interkultur e.V.

3.1 Das wir

3.2 Das WIR

4 Unser Selbstverständnis

4.1 Ressourcen- und Stärkenorientierung

4.2 Empowerment und Selbstwirksamkeit

4.3 Systemische Sozialarbeit

4.4 Migration und Partizipation

4.5 Interkulturelle und transkulturelle Sozialarbeit

4.6 Rechte von Kindern und Jugendlichen

4.7 Gender Mainstream

4.8 Inklusion

 5 Schlußbemerkung

 

1. Der Träger

1.1 Anschrift

 

InterKultur e. V.
- Erziehung - Bildung - Inklusion -
Glücksburg Str. 17
51065 Köln (Mülheim)
Telefon: (0221) 32010012 (Verwaltung)
Telefon: (0221) 32010016 (Fachleitung)
Telefax: (0221) 78963650
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Deutschland

 

1.2 Ansprechpersonen

Vorsitzender: Cafer Cebe

Geschäftsführung: Martin Zorn

Pädagogische Leitungen: Dr. Kemal Bozay (ambulante sozialpädagogische Familienhilfen), N. N. (stationäre Betreuung §§34 ff.)

 

2. Präambel

InterKultur e.V. versteht sich als reflektierende soziale Organisation, in der durch den interkulturellen Kompetenzaufbau der MitarbeiterInnen die Wahrnehmung, Konzepte des Denkens, Fühlens und Handelns der fremden Kultur erfasst und begriffen werden - als Ausruck des Fremdverstehens.

So werden eigene Erfahrungen - frei von Vorurteilen - einbezogen, erweitert und die Bereitschaft zum Lernen ist gegeben.

Bereitschaft und Offenheit anderen Lebenswelten zu begegnen - und den Austausch als Form des interkulturellen Lernens anzunehmen - ist Grundvoraussetzung für die Mitarbeit in unserem Träger und in der Begegnung mit Migrationsfamilien und anderweitig zu unterstützenden Familiensystemen.

Interkulturelle Pädagogik, Bildung und Zusammenarbeit ist unser Arbeitsansatz mit den betroffenen Migrationsfamilien, Migrationskindern und Heranwachsenden basierend auf den Prinzipien von Gleichheit und Anerkennung.

Anerkennung und Wertschätzung wird von uns als ein begegnungs- und beziehungsorientierter sowie bilingualer Ansatz definiert, in dem kulturelle Differenz und Vielfalt unsere Achtung findet und als Bereicherung wie Herausforderung erlebt wird, in dem wir über andere Kulturen und deren Lebensweise weitere Kenntnisse, Einsichten und Erfahrungen gewinnen.

Gleichheit bedeutet für uns auf dem strukturorientierten Ansatz gegen Rassismus und für soziale Gerechtigkeit einzustehen, strukturelle Integrationen zu fördern und z.B. überlappende und vielschichtige Diskriminierungsmuster im sozialgesellschaftliche Alltag aufzudecken und in deren Auflösung innerhalb der Aufnahmegesellschaft zu forcieren.

In diesem Kontext verstehen wir Gleichheit als eine stets persönliche Begegnung auf "Augenhöhe", um den Blick für die Potentiale und Ressourcen zu öffnen, unabhängig vom Geschlecht, Alter, sozialem Status, Nationalität, Religion, Behinderung und Bildung - um in Adornos Worten zu sagen:

"ohne Angst verschieden zu sein".

 

3. Interkultur e.V.

3.1 Das wir

InterKultur e.V. ist ein freier Träger der Jugendhilfe, der sich aus einer fachlich sehr erfahrenen Gruppe von Menschen mit und ohne eigene Migrationsbiographien gegründet hat. Wir bringen nicht nur unser berufliches Knowhow in der Konkretisierung unseres Konzeptes und unserer Methoden ein, sondern auch unser Verständnis und Selbstverständnis von Begrifflichkeiten zur Migration, interkulturellen und transkulturellen Arbeit, die das respektvolle Miteinander innerhalb und außerhalb unseres Trägers prägen.

Die Verschiedenartigkeit unserer jeweiligen Herkunft, die angemessene Balance zwischen eigenen Kulturelementen und denen der Aufnahmegesellschaft, sind nicht nur Bestandteil einer gelungenen Integration, sondern entspricht unserer Fähigkeit, eigene Kulturelemente als fremd anzusehen und Fremde als die eigenen (an)zuerkennen.

Wir verfügen über das Wissen aus Erfahrungen, Wissenschaft, Pädagogik, Methodik und Sprachen, um Menschen und Familien mit ähnlichen Kulturbiographien begleiten sowie die transkulturelle Authentizität und Identität, um es an sie weiter geben zu können.

 

3.2 Das WIR

InterKultur e.V. strebt eine inter- und transkulturelle, demokratische Gesellschaft an. Dabei sind wir als Träger parteipolitisch, konfessionell, kulturell und ethnisch unabhängig.

Der gegenseitige Respekt aller Kulturen ist das Fundament einer sich weiter entwickelnden demokratischen Gesellschaft, in der interkulturelle Öffnung und transkulturelle Entwicklung stattfinden kann. Gleichzeitig ist es ein anerkennender Austausch an Wissen, Bildung und Erfahrung der Kulturen.

In diesem Sinne verstehen wir die Entwicklung zu einem achtungsvollen Umgang verschiedener Kulturen mit und untereinander als einen wesentlichen Bestandteil von Integration und Inklusion.

Der InterKultur e.V. stärkt die Partizipation, Eigeninitiative und soziale Verantwortung aller, die dieses Ziel verfolgen.

Wir verstehen uns als Brücke zwischen den Kulturen.

 

4. Unser Selbstverständnis

InterKultur e.V versteht sich als Einrichtung des sozialen Lernens, in der eine Wechselwirkung von Wissensvermittlung und Erkenntnislernen stattfindet.

Dabei bildet die permanente Selbstreflektion unserer Arbeit in Teams und in der Einzelfallanalyse die Grundlage für das eigene Verstehen und die Basis für das Verstehen und Handeln der Anderen.

"Nur über das DU lerne ich das ICH kennen"

Darüber hinaus tragen Formen der Selbstevaluation dazu bei, unsere sozialen und organisatorischen Strukturen zu hinterfragen und auch hier an die menschlichen und fachlichen Ressourcen unserer MitarbeiterInnen anzugleichen, die unsere Arbeit für und mit Menschen gestalten.

Unsere Arbeit soll auch Spaß und Freude sein, zur eigenen Zufriedenheit beitragen und Raum für gegenseitige Anerkennung, Achtsamkeit und Wertschätzung geben.

 

4.1 Ressourcen- und Stärkenorientierung

Wir gehen davon aus, dass jeder Mensch alle Ressourcen zur Gestaltung und Bewältigung seines Lebens in sich trägt, diese aber durch Belastungen oder Umstände möglicherweise verschüttet sind, so dass der eigene Zugang zu diesen fehlen könnte.

In unserer sozialen Arbeit unterstützen wir die Menschen den Zugang zu ihren Ressourcen und Stärken wieder zu erlangen bzw. diese in sich zu entdecken, um sie gewinnbringend und nachhaltig in ihre persönliche Lebensgestaltung und für die Gesellschaft einzusetzen.

Gleichzeitig gehen wir verantwortungsbewusst, effizient und effektiv mit unseren Ressourcen um, insbesondere im Umgang mit unseren finanziellen Mitteln überprüfen wir jede Ausgabe.

 

4.2 Empowerment und Selbstwirksamkeit

Wir verstehen unsere soziale Arbeit als Empowerment.

In unserer Praxis bedeutet dies, die Selbstbemächtigung, Autonomie und Selbstverfügung zur Gestaltung Mut machender Prozesse, die Menschen in schwierigen Situationen der Benachteiligung oder der gesellschaftlichen Ausgrenzung, befähigen, ihre Angelegenheiten selbst in die Hand zu nehmen.

Dies beinhaltet, sich ihrer Fähigkeiten bewusst zu werden, eigene Kräfte zu entwickeln und ihre Ressourcen zu einer selbstbestimmten Lebensführung nutzen zu lernen.

Empowerment zielt auf die (Wieder-) Herstellung von Selbstbestimmung und Selbstwirksamkeit über die Umstände des eigenen Alltags.

 

4.3 Systemische Sozialarbeit

Die systemische Sozialarbeit ist die Grundlage unseres Handels. Sie basiert auf der direkten und unmittelbaren Arbeit mit den NutzerInnen, deren familiären und herkunftsbiographischen Kontexten, der aktuellen Vernetzung in den Sozialräumen und berücksichtigt die Dynamiken und Wechselwirkungen untereinander.

Ergänzende Betrachtungs- und Handlungsebenen werden durch die sozio-kulturellen und historisch-kulturellen Erfordernisse, Rollenidentitäten und Perspektiven in die Dienstleistungsangebote aufgegriffen und in den Lebensalltag der NutzerInnen implementiert.

Systemische Sozialarbeit bedeutet für uns nicht nur ganzheitliches Handeln und Perspektivwechsel, sondern auch die Wahrung bestehender Identitäten und die Unterstützung zur transkulturellen Identitätsfindung.

 

4.4 Migration und Partizipation

Der interkulturelle Kontext erkennt den Menschen mit seinem Migrationshintergrund und -erfahrungen, seiner kulturellen Prägung und seinen sozialen und wertorientierten Zugehörigkeiten an und schafft die Offenheit, sich auch neue Zugehörigkeiten und kulturelles Wissen der Aufnahmegesellschaft aneignen zu können.

Unter Migration und Partizipation bedeutet für uns, die Sicherstellung von gleichberechtigten Teilhabe- und Teilnahmechancen für alle - insbesondere für politisch, ethnisch, kulturell und sozial benachteiligte - Gruppen an wirtschaftlichen, sozialen, rechtlichen, politischen, kulturellen und bildenden Gütern.

 

4.5 Interkulturelle und transkulturelle Sozialarbeit

Unter transkulturelle Sicht verstehen wir für uns die Orientierung an kulturbiographischen Hintergründen z.B. unterschiedliche Kulturkreise von Familiengenerationen miteinander zu verbinden oder kulturelle Übersetzbarkeit für fremd erlebte Vorstellungen und Handlungsmaximen der Aufnahmegesellschaft zu schaffen.

Wir möchten den Raum bieten für den Austausch eigener fremder und fremd vertrauten Kulturelementen, um Identitätsprozesse der NutzerInnen damit zu stärken, zu stabilisieren und weiterzuentwickeln oder diese grundsätzlich erst zu ermöglichen.

Es bietet die Chance zu einem offeneren kommunikativen Umgang untereinander und trägt zu einer sozialen, geistigen und kulturellen Vielfalt in der Aufnahmegesellschaft bei.

 

4.6 Rechte von Kindern und Jugendlichen

Wir beachten die in der UN-Kinderrechtsresolution festgelegten Rechte der Kinder und Jugendlichen. Diese beinhalten im Wesentlichen die Rechte auf Schutz und Versorgung, Partizipation, Persönlichkeitsentwicklung und Bildung.

In unserer Arbeit steht das Recht des Kindes auf eine Förderung seiner Entwicklung und eine Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit im Zentrum.

Um dies gewährleisten zu können, ist es wichtig, die Eltern für die Belange und Bedürfnisse ihrer Kinder zu sensibilisieren und für eine Zusammenarbeit im Interesse und zum Wohl der Kinder zu gewinnen.

 

4.7 Gender Mainstreaming

Die Verwirklichung der Chancengleichheit und Gerechtigkeit zwischen den Geschlechtern nach innen wie nach außen ist durchgängiges Leitprinzip unserer Einrichtung.

Zum Umsetzungsprozess gehören für uns sowohl die Hinterfragung der unterschiedlichen Lebenssituation von Frauen und Männern als auch die Einbeziehung der Konsequenzen solcher Analysen bei allen fachlichen, personellen, organisatorischen und finanziellen Entscheidungen und Maßnahmen.

 

4.8 Inklusion

Inklusive Pädagogik ist in unserer Arbeit die Wertschätzung und Anerkennung von Vielfalt sowie die Förderung und Stärkung sozialer und persönlicher Kompetenzen der NutzerInnen zur Befähigung eines positiven und wertfreien Umgangs mit Anderen und dem als fremd Erlebten.

Die Öffnung für Zugehörigkeiten, Chancengleichheit und Gerechtigkeit verstehen wir als wichtiges Prinzip unserer pädagogischen Arbeit.

Wir unterstützen und setzen uns dafür ein, dass jeder Mensch im Rahmen der Erzieherischen Hilfen die Möglichkeit erhält, sich vollständig und gleichberechtigt an allen gesellschaftlichen Prozessen zu beteiligen.

Dies geht auch einher mit der Förderung der Übernahme von sozial verantwortlichen, eigenverantwortlichen und handlungsorientierten Entscheidungsprozessen.

Dabei wird Vielfalt bewusst wahrgenommen, Gemeinsamkeiten und Unterschiede ohne zu bewerten erlebt, Grundhaltungen für ein friedliches und gleichberechtigtes Miteinander sowie Respekt vor dem "Anderen" gefördert.

 

5. Schlussanmerkung

Unser Leitbild ist nur so gut, wie die Menschen, die es weitertragen und in ihrer Arbeit leben.

Deshalb ist es uns ein wichtiges Anliegen, dieses Leitbild als ein fortwährenden Austausch mit unseren MitarbeiterInnen zu verstehen und mit deren Unterstützung weiterzuentwickeln.

Hier sollen Praxiserfahrungen, Wissen, Reflektionen, systemische und inklusive Prozesse unserer Sozialarbeit, Menschlichkeit und Solidarität, Transparenz und Kommunikation sowie Visionen und Ideen jederzeit ihren Raum finden.

Wir alle sind Menschen und gestalten gemeinsam das WIR.

Köln, 04.01.2016